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Die Strukturen oder die Porositäten von keramisch gebundene Schleifscheiben

Dies sind Mikroskopaufnahmen unterschiedlicher Strukturen einer Schleifscheibe mit gleichbleibender Korngrösse 60 mesh.


Bild 1:
Struktur: dichtDiese Art der Struktur bezeichnet man als dicht. Die Körner liegen eng zusammen und lassen zwischen den Bindungsbrücken nur noch sehr kleine Hohlräume. Man sollte aber den Gesamtanteil der Hohlräume im Verhältnis zum Volumen der Schleifscheibe nicht unterschätzen, denn er kann durchaus sehr gross sein. Allerdings eignen sich derart aufgebaute Schleifscheiben nicht unbedingt für grosse Spanabtragsmengen. Der notwendige freie Platz zur Aufnahme von einem grossen Spanvolumen (lange und/oder dicke Späne) ist hier nicht vorhanden. Man setzt diese Struktur deshalb hauptsächlich für Schleifarbeiten ein, bei welchen die Genauigkeit und die erreichbare Oberflächenqualität dominieren, nicht aber das Abtragsvolumen pro Zeiteinheit.

 




Bild 2:
Struktur: mittelDie mittlere Struktur, wie sie Bild 2 zeigt, weist ein weites Einsatzfeld auf. Sie lässt sich bereits für respektable zeitbezogene Abtragsmengen verwenden, lässt aber auch eine Fertigbearbeitung in hoher Qualität zu. Sie hat ferner gegenüber der dichten Struktur den Vorteil, wesentlich mehr Späne in den verfügbaren Hohlräumen aufnehmen zu können und kann — bei richtiger Zuführung — bedeutend mehr Kühlschmierstoff in die Kontaktzone transportieren. Damit eignet sie sich bereits für das Vollschnittschleifen, wenn eine gute Kantenhaltigkeit (z.B. Profile mit sehr kleinen Radien) erwünscht ist.

 




Bild 3:

Struktur: grobDie grobe oder sehr offene Struktur muss dann zum Einsatz kommen, wenn es um grosse und grösste Abtragsmengen pro Zeiteinheit geht. Das ist so gut wie immer nur im Vollschnitt- oder Einstechschleifen der Fall. Es wäre aber falsch anzunehmen, dass mit einer solchen Schleifscheibe keine hohen Genauigkeiten und/oder gute Oberflächenqualitäten erzielbar seien. Da hier schon von allem Anfang an normalerweise eine Korngrössenmischung, ja sogar zum Teil auch unterschiedliche Kornarten vom Hersteller gewählt werden, ist das Standverhalten (Einsatzdauer zwischen zwei Konditionierungen), wie auch die Kantenhaltigkeit, sehr gut. Wichtig ist aber eine möglichst homogene Verteilung der grossen Poren, damit nicht „Kornnester“ mit kompakter Struktur (siehe Bild) zu thermischen Problemen und/oder zu Aufbauschneiden führen. Die grossen Hohlräume der Poren sind in der Lage, adäquate Mengen an Kühlschmierstoff — auch für höchste Abtragsmengen — aufzunehmen und bei richtiger KSS-Zuführung in die Kontaktzone zu transportieren.
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Letztes Update: 30.01.2012
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