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Sinterkorund (Sol Gel), CERALOX

Das jüngste Mitglied in der Familie der Schleifstoffe ist Sinterkorund. Ausgangsmaterial ist Aluminiummonohydrat (Böhmit), welches zu einer kolloiden Al2O3-Dispersion (halbfestes Gel) aufbereitet, kalziniert (getrocknet) und danach in einer Brechmühle zerkleinert wird. Darauf folgen meistens mehrere Sinterprozesse, die dem Korn seine endgültige Festigkeit und die leicht über dem weissen Edelkorund liegende Härte verleihen.





Sinterkorund


Sinterkorundschleifscheiben sind für Standardanwendungen genauso geeignet, wie für das Vollschnitt- und Hochleistungsschleifen unterschiedlichster Werkstoffe. Es gibt in dieser Hinsicht kaum Einschränkungen, wenn man von jenen Materialien absieht, welche Diamant als Schleifstoff voraussetzen. Sogar hochharte Werkzeugstähle und alle HSS-Sorten lassen sich erstaunlich gut damit schleifen. Allerdings ist die Leistung von CBN nicht erreichbar. Dennoch ist in Fällen, wo nur Einzelteile oder kleine Stückzahlen zu bearbeiten sind, eine wirtschaftliche Substitution von CBN möglich.

Das Sinterkorund verfügt über eine Eigenschaft, welche anderen Kornarten fremd ist: Es wird nicht stumpf! Die Ursache dafür ist die extrem kleine Kristallitgrösse von 0.0002 mm bis etwa 0.0005 mm, abhängig vom Herstellungsverfahren. Das bedeutet im Durchschnitt 20- bis 50-mal kleinere Kristallite, gegenüber Edelkorund. Je nach äusserer Belastung der Schleifscheibe splittern im Einsatz unterschiedlich grosse Kornpartikel (Kristallitenbrocken) ab und geben dahinter sofort wieder scharfschneidende Spitzen frei. Selbst bei geringen Abtragsmengen ist keine Stumpfung feststellbar, was in bezug auf die erreichbare Oberflächenqualität ab und zu auch ein Problem sein kann. Reduziert man die Abrichtzustellung ad um den Faktor 5 – 10 gegenüber jener für konventionelle Schleifscheiben, so arbeitet Sinterkorund optimal und auch geringe Rautiefen werden beherrschbar. Die Standzeit einer Sinterkorundschleifscheibe kann 10- bis 20-mal höher liegen, als bei anderen konventionellen Scheiben (Edelkorund, Siliziumkarbid). Trotzdem ist der Preis nur etwa 1.5- bis 3-mal höher. Er hängt von der gewählten Kornmischung ab, denn Sinterkorundscheiben bestehen in der Praxis meist aus Kornkombinationen (Sekundärkörner und/oder besondere Schleifeffekte), sieht man von kleinen Schleistiften ab.
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Letztes Update: 07.02.2012
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