Diamantrollen
Diamantrollen weisen einen Stahlkörper auf, welcher in unterschiedlicher Weise mit Diamantkörnern bestückt ist. Mit solchen Rollen, welche meist mit einem genauen Profil versehen sind, können Schleifscheiben sowohl im Gleich- wie auch im Gegenlauf profiliert (konditioniert) werden. Im einfachsten Fall wird der Rollenkörper um die genaue Grösse eines Diamantkorns im Radius gemessen tiefer vorbearbeitet. Das Diamantkorn selbst wird danach mittels galvanischer Nickelbindung fest auf dem Rollenkörper verankert. Lediglich die höchsten überstehenden Spitzen von einzelnen Diamanten wer-den vom Rollenhersteller abgeschliffen, damit sie beim Profilieren keine Rillen in der Scheibe hinterlassen. Es gibt aber noch zwei andere Belegungsverfahren: Im Umkehrverfahren mit gestreuten Diamantkörnern wird eine Negativform der fertigen Rolle hergestellt, diese innen mit einem nicht trocknenden Kleber bestrichen und dann die Diamantkörner eingestreut. Danach wird die Negativform mit einer Metallbindung ausgegossen und nach dem Abkühlen innen genau zentrisch zum Profilbelag ausgedreht. Die Negativform kann nun aufgeschnitten und das fertiggebundene Diamantprofil auf einen exakt gefertigten Stahlrollenkörper aufgezogen werden. Solche Diamantprofilrollen schleift man nur dann vor dem ersten Einsatz nach, wenn der Traganteil ein bestimmtes Mass haben soll. Die Herstellung handgesetzter Diamantrollen verläuft praktisch genau gleich, wie oben beschrieben. Nur erfolgt die Diamantbelegung in der Negativform von Hand, in bestimmten vorgegebenen Mustern. Die verwendeten Diamantkörner sind ebenfalls handverlesen, d.h. ihre Grösse ist innerhalb einer engen Toleranz gleich. Solche Rollen sind sehr teuer, aber ihre Standzeit ist auch entsprechend hoch.
Im Gegensatz zum Crushieren werden hier die Rollen immer angetrieben. Das hat seinen Sinn, denn zwischen der Diamantrolle und der Schleifscheibe soll während dem Profilieren eine in Abhängigkeit der gewünschten Wirkrautiefe genau definierbare Differenzgeschwindigkeit vorhanden sein. Man gibt in der Praxis nicht die entsprechenden Drehzahlen der Rolle und der Scheibe an, sondern man stellt ein bestimmtes Geschwindigkeitsverhältnis ein. Für Schrupp- und Leistungsschliffe sollte das Geschwindigkeitsverhältnis bei etwa 0.7 – 0.8 im Gleichlauf liegen. Will man dagegen eine Rautiefe erzeugen, welche für einen Fertigschliff geeignet sein soll, bietet sich die Umkehr der Rollendrehrichtung (Gegenlauf) ohne eine Drehzahlveränderung an. Die Wirkrautiefe wird dann etwa dreimal geringer als im Gleichlauf. Der Bereich der Rollenzustellung liegt zwischen etwa 0.0001 und 0.002 mm pro Scheibenumdrehung, abhängig von der zu erzeugenden Wirkrautiefe. Achtung: Im Gleichlauf ist unbedingt zu beachten, dass die Rollen nicht von der stärkeren Schleifscheibe durch die hohe Friktion mitgenommen wird und dann ein Geschwindigkeitsverhältnis von 1.0 entstehen würde. Das würde dann Crushierbedingungen (Crushieren) entsprechen und dafür ist keine Diamantprofilrolle geeignet, auch wenn auf diese Weise die höchste mögliche Wirkrautiefe erzeugbar wäre. |